Pathologische Computerspieler…

Pathologische Computerspieler sind meist unzufrieden

18.10.2012  von NK

Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau führte 2008 eine Onlinebefragung zur pathologischen Computernutzung von Kindern und Jugendlichen durch. Es wurden insgesamt 784 Kinder und Jugendliche nach ihrem Computerspielverhalten befragt. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass diejenigen Kinder und Jugendlichen, die eine pathologische (krankhafte) Computernutzung aufwiesen, im Alltag häufig überfordert waren bzw. nur über wenige alternative Bewältigungsstrategien verfügten.


Die Befragung wurde mittels eines Online-Fragebogens durchgeführt. Der Fragebogen umfasste insgesamt 100 Fragen. Mehrheitlich nahmen Jungen an der Befragung teil (81%). Die meisten waren noch Schüler; über 60% besuchten ein Gymnasium. 58,9% gaben an, das sie fast jeden Tag Computerspiele spielen. An Schultagen spielen die Befragten mindestens eine Stunde, an den schulfreien Tagen ca. 4 Stunden. Die Studie unterteilte die Befragten in pathologische Computerspieler (11,3%), Vielspieler (48%), regelmäßige Spieler (29,8%) und Nicht- bzw. Wenigspieler (10,9%). Auffällig dabei ist, dass nur bei den regelmäßigen und Nicht- bzw. Wenigspielern die Mädchen dominierten. Bei den Vielspielern und den pathologischen Spielern waren stärker die Jungen betroffen. Die Erkenntnisse stimmen mit anderen Untersuchungen überein, nach denen Jungen eher zu einer pathologischen Computerspielnutzung neigen als Mädchen.

Was sind nun die Merkmale eines pathologischen Spielers? Typische Kennzeichen sind z.B. Nervosität, Unruhe und Gereiztheit, wenn nicht gespielt werden kann. Eine Abhängigkeit kann sich auch dadurch äußern, dass die Spieler einfach nicht in der Lage sind, das Spiel zu beenden und die Eltern einschreiten müssen. Meistens wirkt sich das Spielen auch auf die schulischen Leistungen und die sozialen Beziehungen aus. Die Spieler können sich nicht mehr so gut auf die Schule konzentrieren, da sie in Gedanken beim Spielen sind. Freunde treffen sie nur noch im Internet und ihr Hobby besteht nur aus Computerspielen.

Pathologisches Spielverhalten kann daraus resultieren, dass die Spieler unter emotionalem Stress leiden und mit dem Spielen ihren Stress abbauen. Spielen kann aber auch als Kontaktaufnahme genutzt werden. Die meisten Spieler spielen Spiele, wo eine Kommunikation mit anderen Spielern erforderlich ist. Ein solches Spiel ist beispielsweise "World of Warcraft".

Hier finden sie die Studie als pdf. Datei.



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